Dienstag, 10. September 2013

Gast Post! 2

Gast Post 2.
Wieder eine tolle Geschichte. Dieses mal von 
darkest.heart
Wer nochmal zu dem Post gehen will klickt am besten hier drauf -> http://schillernde-libellen.blogspot.de/2013/08/gedicht-bilder-und-etwas-neues.html

Hier die beiden blogs von darkest.heart
1. http://federkielmissbrauch.blogspot.de/
2. http://licht-taster.blogspot.de/

So und nun geht es zur Geschichte. :)

Ellen

Sie steht am Rande des Wassers. Fest umklammert sie die kleine Hand des Jungen. In ihren Augen bilden sich salzige Tropfen. Der Junge wickelt ihr seine dünnen Ärmchen um die Hüfte und lehnt den Kopf an ihren Bauch: „Nicht weinen! Wieso weinst du?“
Sie hält seinen blonden Lockenkopf. „Ich möchte dich nicht verlieren…“
Mit seinen großen schwarzen Pupillen schaut er sie an. „Das wirst du nicht!“ Er packt ihr Handgelenk und zieht sie zu einem Felsen. Sie setzen sich gemeinsam hin und starren Arm in Arm auf die glatte Oberfläche des Flusses. Ein Kiesel bricht vom Stein ab, in das Wasser und schlägt raffinierte Wellen.
Mutti hat gesagt, dass ich an einen geheimen Ort gehen werde. Ein Ort an dem es noch viel schöner ist als hier.“
Sie wischt sich die Tränen aus dem Gesicht und ringt sich ein leichtes Lächeln ab.
Sie hat gesagt, dass jeder, der zu diesem Ort geht ein Engel wird. Siehst du die leuchtenden Punkte dort oben am Himmel?“, säuselt er mit seiner hohen Stimme.
Die Sterne…“, murmelt sie leise und nachdenklich.
Er nickt. „Das sind die Fenster zu dieser geheimnisvollen Welt in der es nie dunkel wird. Ich kann dich also sehen, wenn ich aus einem dieser Fenster schaue. Und wenn du ganz leise bist – sagt Mama – dann kannst du sogar den Schall hören, wenn ich zu dir rufe. Wir werden noch ganz oft zusammen sein!“

Über ihren Kopf schwirrt eine kleine Fledermaus. Das Tier wirft einen schrillen Schrei ab und verschwindet in der Nacht. Sie schaut nach oben. In ihren Augen spiegeln sich die Sterne hell und klar. Er ist nicht bei ihr – er wird es nie mehr so nah sein. Sie schweigt, hält die Luft an, doch sie kann ihn nicht rufen hören. Eine Träne fällt hinab auf das Blatt seines Malblocks. Und die Tinte der kindlichen Schreibschrift verwischt: „Ich hab dich lieb – Dein Engel.“