Sonntag, 17. August 2014

Gedicht "Spiegel im Wasser"

Ich habe mal probieren wollen, nie mehr als zwei Worte in einer Zeile zu verwenden. Funktioniert, auch wenn es sehr schlicht ist.

Spiegel im Wasser

Klarer See,
unter mir,
ich steh,
alleine hier.

Klarer Spiegel,
mein Gesicht,
so sensibel,
es zerbricht.

Sanfte Wellen,
unter mir,
sie zerschellen,
direkt hier.

Sanfte Züge,
leichtes beben,
eine Lüge,
sie hergeben.

Zarter Wind,
unter mir,
so geschwind,
ich erfrier.

Vorbestimmt,
trüber Glanz,
 Bild verschwimmt,
zarter Tanz.

Ellen

Mittwoch, 6. August 2014

Kurzgeschichte "Mit Herz und Seele"

Mit Herz und Seele

Ich weiß noch damals, als ich in die Schule kam, da war sie auch bei mir. Sie trug mir meine Schultüte und lächelte mich strahlend an. Das machte mir damals mut. Gab mir Kraft. Sagte mir, dass sie stolz auf mich war. Allein diese Tatsache machte mich glücklich. Es war so leicht als Kind glücklich zu sein. Besonders wenn sie bei mir war. Ich erinnere mich auch an ihren Gesichtsausdruck, als ich ausgezogen bin. Sie war so hin und her gerissen. Ich wusste, dass sie sich für mich freute und doch war sie auch traurig. Das sah man ihr an, aber immer wenn sie mich sah lächelte sie. Kurz darauf lernte sie zum ersten mal meinen Freund kennen. Ich hatte Angst, sie könnten sich nicht mögen, wie es manchmal eben so ist. Doch als sie uns die Tür öffnete, wehte mir ein vertrauter Duft in die Nase. Sie hatte Kuchen gebacken. Nur für uns. Offen lächelnd stand sie in der Wohnung. Ich erinnere mich noch wie sie in einem alleinigen Moment zu mir sagte, dass mein Freund ein toller Kerl sei. Noch heute höre ich seine Worte, die er zu mir sagte als wir wieder zuhause waren. Sie ist umwerfend, sagte er. Ich weiß noch, dass ich ihm stumm zugestimmt hatte. Doch gibt es auch Erinnerungen, die mir ins Herz schneiden. Ich denke an den Tag, als sie mir sagte, dass ich noch ein Geschwisterchen bekommen würde. Ich war damals Zehn Jahre alt und nicht bereit mein Dasein als Einzelkind aufzugeben. Ich weiß noch, dass ich ihr sagte ich würde sie hassen. Ich spüre noch immer meine Tränen, die heiß meine Wange hinab rannen. Tränen der Wut und der trauer. Tränen aus Frust und Sorge, die sich als unbegründet darstellten. Sie hatte mich nie vergessen. Sich nie von mir abgewandt. Nicht einmal als ich das erste und einzige mal etwas aus einem Laden stahl. Ich war damals 14 und sie nicht erfreut. Natürlich war sie wütend und doch stand sie hinter mir. Immer. Ich versuchte immer es ihr gleich zu tun. Für sie da zu sein. Ich weiß noch als sie in Rente ging. Sie war erleichtert und doch betrübt. Sie galt jetzt offiziell als alt, sagte sie mir damals. Ich war für sie da. Sagte ihr, sie sei noch immer dieselbe wundervolle Frau wie immer. Da schenkte mir sie ihr strahlendes lächeln. Als ihr Mann starb war ich bei ihr. Sie weinte nicht oft und doch wurde sie von Schluchzern geschüttelt. Ich war für sie da. Stumm und starr, doch ich hielt ihre Hand. Danach war sie nie wieder dieselbe. Das strahlende lächeln hatte ihren Glanz verloren und doch war sie immer für mich da.


Wieso denke ich ausgerechnet jetzt an sie, frage ich mich und sehe stumm ihr Bild an, das über meinem Kamin hängt. Auf dem Bild ist sie schon eine alte Frau, mit weißem Haar und vielen Falten und doch habe ich sie noch jung und lächelnd vor meinem inneren Auge vor mir stehen. Für mich war sie selbst noch jung und schön, als sie starb. Ich vermisse sie. Ich wende den Blick ab und sehe in den großen Spiegel, der Gegenüber von meinem Sessel hängt. Ich blicke in das Gesicht einer alten Frau. Falten zieren ihr Gesicht und sie ist schon ziemlich mager. Ihre Augen sind trüb und glanzlos wie noch nie. Ich fühle mich leicht. Als hätte ich keinen Körper mehr und doch fühle ich eine bleierne schwere in mir. Was geht hier vor? Mein Atem kommt stockend. Ich kann ihn nicht mehr kontrollieren. Panik erfasst mich. Will die Hand heben und doch schaffe ich es nicht. Mein Körper ist taub und kalt. Und da sehe ich plötzlich ihr Gesicht vor meinem inneren Auge. Sie ist jung und hübsch, wie ich sie als Kind kannte und sie hat ihr wunderschönes, strahlendes lächeln auf den Lippen. „Mama.“ wispere ich, doch Worte habe ich schon keine mehr. Es ist nur noch der stumme ruf in mir drinnen. In dem Moment in dem ich starb, war sie bei mir. 

Ellen

Montag, 4. August 2014

Da bin ich wieder und mit mir gejammere... :D

Wow - ich habe lange nichts mehr geschrieben, aber wenn ich was schreibe, dann nur Dinge, die ich nicht veröffentliche. Im letzten Monat habe ich einen Beitrag verfasst, welchen ich euch hier auf zeigen werde. Mehr habe ich nicht gemacht. Aber was soll's? Ich habe Ferien. ;-)

Ich wollte eigentlich etwas über die Fragen schreiben, die mir im Kopf herumspucken, aber irgendwie bin ich vom Thema abgekommen, weil ich mich mal aufregen musste. Lest es selbst. :D

Fragen und Leute die nicht zuhören

Immer wieder werde ich gefragt was mir gerade durch den Kopf geht. Und immer antworte ich bloß: nichts. Dabei geht mir immer eine menge durch den Kopf. Nicht nur Erinnerungen, Träume, Gespräche die ich niemals führen werde und anderer alltäglicher Kram, sondern auch viele Fragen. Fragen bei den ich mich Frage, ob auch andere sich diese Stellen. Nicht nur Fragen über den Tod oder Ähnliches. Ich glaube, da denkt jeder mal drüber nach. Nur redet nie einer groß darüber. Nicht das ich wüsste. Wieso auch den Tag mit solchen Themen vermiesen?
Manchmal antworte ich auch einfach mit einem Schulter zucken, wenn wieder jemand diese Frage stellt. Wieso große Worte verlieren, wenn der Gegenüber einem nicht zuhört. Ich beobachte es so oft. Gruppen die zusammenstehen und einer redet, doch keiner hört ihm zu. Auch mir passiert das oft. Bei Freunden, Verwandten. Einfach überall und es macht mich so Wahnsinnig. Ich bin kein Mensch der viel redet. Wenn ich etwas sage, dann etwas was mich beschäftigt und was ich mit anderen Teilen will. Doch wenn einem dann keiner zuhört, brauche ich auch nie wieder den Mund zu öffnen. Ja, klar. Eure kleinen mini Computer in euren Händen sind das wichtigste der Welt. Wieso sollte man der Freundin lauschen die neben einem steht, wenn es doch Whatsapp gibt? Ich habe doch ehrlich nichts gegen diese Plattformen, habe selbst ein Touchhandy und spiele auch darauf Spiele. Aber ich höre zu. Ja, ich bin sogar so unsagbar nett und bin oft die einzige die schnell mal zuhört, wenn es kein anderer tut, obwohl mich dieses Thema gar nicht betrifft. Einfach weil ich weiß, wie ächzend es ist in die leere zu reden. Am schlimmsten ist es wenn man redet und da keiner zuhört redet man lauter und dann hebt jemand den Kopf und sagt „Hä? Was hast du gesagt?“ Vielleicht liegt es an mir. Vielleicht bin ich zu langweilig und niemand will mir mehr zuhören, aber ehrlich, würde es euch nicht auch stören?
Und dann gibt es auch noch diese Version von Gesprächen.


Ich bin am Montag übrigens im Kino gewesen. Und der Film war so cool. Den musst du dir auch mal anschauen...HALLO? Hörst du mir zu?“
Was hast du gesagt?“
Ich sagte das du dir den Film auch mal ansehen musst.“
Ok.“
Wusstest du, dass ich morgen in den Weltraum fliege um mich von Außerirdischen eliminieren zu lassen? Das wird bestimmt lustig.“
Ok.“

Da fehlen einem doch die Worte oder? :D

Bin ich die einzige der das auffällt? Oder merken es auch noch andere? Ich denke jeder kennt es, wenn man in der Klasse dran genommen wird und es so laut ist, dass man sein eigenes Wort nicht versteht, man anfängt zu reden und dann abbricht, weil kein Mensch zuhört oder? Ist das nicht ein blödes Gefühl?
Ich habe mittlerweile zu schätzen gelernt, wie es ist jemanden gegenüber zu haben, der einem zuhört. Ja, auch diese Menschen soll es noch geben. Ich gebe es ja zu. Aber sie sind schwer zu finden. Es ist angenehm mit jemanden zu reden, der kein Handy vorm Gesicht hat und einem auch wirklich zuhört. Ich freue mich auch wirklich, wenn mein Gegenüber eine Gegenfrage stellt und zwar zu einem Detail, dass noch so klein ist. Dann weiß ich: Hey, du hast mir zugehört.

Ist euch das auch aufgefallen oder fällt es nur mir auf?

Ellen

Sonntag, 6. Juli 2014

Zweifel

Zweifel

Lastet auf meiner Seele,
legt Steine auf mein Herz,
schnürt ab meine Kehle,
treibt Gedanken abwärts.

Wie ein dicker Nebel,
ich bin davon umhüllt,
suche noch den Hebel,
der mich mit Luft erfüllt.

Sie nehmen alles gute,
alles was ich bin,
mir ist elend zumute,
nichts hat einen Sinn.

Und schau ich in meine Augen,
zerspringe ich in Scherben,
als würde ich nichts taugen,
und innerlich nur sterben.

Verharre in der Stille,
warte auf die Flut,
warte auf den Wille,
und suche nach dem Mut.

Doch gab es plötzlich Leute,
sodass ich mich erhob,
mein tun nicht bereute,
durch dieses kleine Lob.

Ellen

Samstag, 28. Juni 2014

Schloss

Schloss

So viele Sagen,
über ein Schloss,
ob Geister dort plagen,
oder ein Fluss floss?

Gab es einen Herrn,
oder einen Drachen,
lag die Stadt fern,
gab es viele Wachen?

Herrschte dort Krieg,
oder stahlen Diebe,
wer Errang ein Sieg,
lag ein Kind in der Wiege?

Lag sie ewig verlassen,
bot Schutz für die armen,
konnte man lieben und hassen
gab es erbarmen?

Nichts kann sie vernichten,
es ist immer hier,
erhalten in Geschichten,
sie bleiben in dir.

Ellen

Freitag, 20. Juni 2014

Worte (2)

Worte (2)

Worte
Sanft auf den Lippen,
weich ausgesprochen,
mit der Zungenspitze tippen,
schweigen gebrochen.

Worte
So viele im Sinn,
lassen mich nie im stich,
zeigen wer ich bin,
meine Worte sind ich.

Worte
Sie sind überall,
sie mich umgeben,
höre Klänge und Schall,
bin umgeben von Leben.

Worte
Können Narben hinterlassen,
die Ängste vertreiben,
Schulden verblassen,
Erinnerungen bleiben.

Worte
Können massen bewegen,
Einheiten schaffen,
Beziehungen pflegen,
sind gefährliche Waffen.

Worte
Verändern die Welt,
an jedem Orte,
wie man es auch stellt,
es sind immer Worte...

Ellen


Montag, 9. Juni 2014

Schatten ; Teil 2

Schatten Teil 2

Ich war völlig außer Atem. Wieso musste der Bus immer genau dann zwei Minuten zu früh eintreffen, wenn ich einmal zu spät kam? Der Alptraum der vor einigen Tagen durch meine Nächte geschlichen war, ging mir noch immer nicht aus dem Kopf. Ich vermied es im dunklen durch die Straßen zu gehen und immer bevor ich schlafen ging, schaltete ich mein Radio an um der erdrückenden Stille zu umgehen. Und der Dunkelheit. Ich hatte mich nie im dunkeln gefürchtet. Nicht einmal als Kind hatte ich ein Nachtlicht gebraucht, was meine Mom immer sehr erstaunlich gefunden hatte, denn meine ältere Schwester Dina, hatte noch mit sechs eines gehabt. Doch seit diesem Traum schien die Dunkelheit so fremd und bedrohlich, dass ich es nicht lange aushielt. Sie war so erdrückend und das ich nicht sah, was um mich herum passierte machte mich schier Wahnsinnig. Ich redete mir ein, dass ich albern war, doch das Gefühl ließ sich auch dadurch nicht vertreiben und eine ständige Angst saß mir im Nacken. Ich war überrascht welche Macht ein einzelner Traum auf mich ausüben konnte, besonders da er mir im nachhinein betrachtet lächerlich erschien. Der Bus fuhr um eine Kurve und ich wurde in meinen Sitznachbarn gedrückt, einen rundlichen Mann der stark nach Schweiß stank. Ich versuchte nicht allzu angewidert drein zusehen und war froh, dass ich an der nächsten Haltestelle aussteigen musste. Der Bus hielt und ich sprang ins freie. Auf der anderen Straßenseite stand schon Kim und wartete auf mich. Mit schnellen Schritten hatte ich die Straße überquert und sie zur Begrüßung in die Arme genommen. „Hi.“ sagte ich. „Hey, du bist ja völlig außer Atem.“ sagte sie und sah in mein rotes Gesicht. „Ja, der Bus kam zwei Minuten zu früh und ich musste ihm hinterher rennen. Sie grinste mich an. „Das ist doch sonst nicht so deine Art. Seit wann schert es dich, ob du zu spät kommst oder nicht?“ fragte sie. Ich knuffte sie in die Seite. „Seit wir einen Biotest schreiben, für den ich endlich mal gelernt habe. Wofür das gelernte verschwenden?“
Wir betraten die Schule.

So hatte der Tag begonnen. Gut und einfach, wie in einem Film, der gerade die Friedliche Ruhe vor dem eigentlichen Hauptteil spielte. Doch war ich kein Schauspieler die in diesem Film mitspielte. Ich war eine Marionette. 

Ellen

Donnerstag, 5. Juni 2014

Kurzgeschichte "Zweifel"

Zweifel

Ich bin allein. Höre nichts als das rauschen des Windes und den prasselnden Regen, der die Erde trifft. Sehe nichts als die Wand mit Gegenüber. Rieche nichts als den duft von frischen Gras, der mir in die Nase, durch mein offenes Fenster, weht. Spüre nichts als den kühlen Boden unter mir und meine Gedanken rasen. Ich denke über den Tag nach. Über all die Kleinigkeiten die ich heute vermasselt habe. Ich sehe alles noch so kleine. Ich sehe mich stolpern. Ich höre mich wie ich mich verspreche. Ich sehe alles. Und ich schäme mich für alles. Für sämtliche Fehler und makel. Ich schäme mich für mich selbst. Wieso zur Hölle, bin ausgerechnet ich so verpeilt und tollpatschig. Wieso muss immer mir alles blöde passieren? Auf meiner Stirn müsste Volltrottel stehen, denke ich. Ich weiß ich bin nicht fair. Nicht fair mir selbst Gegenüber und dennoch kann ich es nicht lassen. Zornig schlage ich mit der Faust auf den Boden. Wieso verdammt? Ich schließe die Augen und Atme tief durch. Noch während ich das mache, spüre ich plötzlich etwas neues. Ich spüre sanfte wärme meine Haut umspielen. Entzückt öffne ich die Augen wieder. Die Sonne schaut zwischen den dichten Wolken hindurch. Ich lächle leicht, als ich sehe dass es noch immer regnet. Ich stehe auf und laufe zum Fenster. Sehe mich suchend um. Da entdecke ich ihn. Strahlend und voller Farben sehe ich den Regenbogen am Himmel schimmern. Ich sehe ihn an und spüre nichts als Zufriedenheit. Alle bösen Gedanken sind weg. Jetzt rüge ich mich selbst. Ich sollte nicht immer über all die schlechten Seiten an mir denken. Ich sollte nicht immer in alles etwas hineininterpretieren und denken, dass alle Menschen dieser Welt mich verletzten wollen. Ich sollte nicht immer die Zweifel in mir wüten lassen. Ich bin ja so unaufmerksam. Vielleicht sollte ich stattdessen Dankbar sein. Denn mein Herz schlägt stetig weiter. 

Ellen 

Ich habe übrigens auf meinem anderen Blog ein Gewinnspiel laufen. Wer also Bücher mag und sich nicht an Leserillen stört, kann ja mal vorbeischauen und gucken ob er was findet. 

Montag, 2. Juni 2014

Der Anfang einer längeren Kurzgeschichte "Der Schatten" Teil 1

Heute gibt es den ersten Abschnitt einer längeren Kurzgeschichte. Ich weiß noch nicht wie lang sie wird, da ich sie spontan weiterschreiben werde, wann ich eben Zeit finde. Der erste Teil ist relativ kurz. Freue mich über Rückmeldungen und eure Kommis, die mir sagen ob ich hier weiterschreiben soll. :)

Der Schatten Teil 1

Damals hatte ich einen Alptraum. Als ich erstmal aufgewacht war, verschwamm der Traum allmählich wieder, doch was ich wusste war, dass es schrecklich gewesen war. Und eine Sache. Eine kleine Sache ging mir nie aus dem Kopf. In meinem Traum war ein Mann gewesen. Ein Mann, der aber kein richtiger Mensch zu sein schien. Er sah aus wie ein Mensch und doch spürte ich, dass er keiner war. Überall wo ich hingegangen war, war er mit gefolgt. Dann hatte der Alptraum begonnen. Der Mann hatte sich gezeigt. Vielleicht sollte ich ihn zuerst mal beschreiben. Er war ziemlich groß und ich empfand ihn als sehr mager. Die Welt um ihn herum schien zu flimmern. Überall wo er stand verwischte seine unmittelbare Umgebung. Immer trug er einen viel zu großen Mantel und er trug eine Kapuze. Diese bedeckte immer sein Gesicht und alles was sich ausmachen konnte, war ein dunkler Schatten seiner Augen. Seine Hände waren so dünn und lang, man konnte jede Ader darauf ausmachen. Sein Gang war federleicht. Fast schon anmutig bewegte er sich und doch waren seine Bewegungen schnell und kalt. Es war beängstigend diesen Mann an jeder Straßenecke zu sehen, an der ich auch gerade war. Das verrückte war, dass alle ihn sehen konnten und doch schienen sie nicht zu registrieren, dass er mich verfolgte.

Der Traum liegt jetzt schon eine Weile zurück und ist eine verblassende Erinnerung. Bis zu jenem Tag, als ich ihm im echten Leben begegnet bin. 

Ellen

Samstag, 24. Mai 2014

Vergessen werden

Es gibt Dinge die ich einfach nicht in Worte fassen kann. Nicht in die Worte wie ich sie suche, weil es eben solche Worte nicht gibt. Dann überlege ich lange, wie ich meine Gedanken aufschreiben soll. Wie macht man sowas, wenn man sie nicht fangen und in Worte fassen kann? Es treibt mich in den Wahnsinn. Manchmal fände ich es viel praktischer, wenn man Gefühle übermitteln könnte. Das würde einem so viel ersparen, aber Wunschdenken hilft auch nicht weiter. Also gebe ich einfach mein bestes.

Vergessen werden

Es gibt so viel Angst,
flüchtige Schatten,
Dinge nach den du verlangst,
dunkle Keller mit Ratten.

Es schnürt mir die Luft ab,
die Welt liegt in Scherben,
es wirft mich hinab,
vergessen zu werden.

Ritze Namen in die Mauer,
man kann es nicht erzwingen,
nichts ist von dauer,
es kann nicht gelingen.

Schrei hinaus in die Nacht,
mit Kraft und Energie,
doch habe ich nicht die Macht,
zwingt mich in die Knie.

Die Jahre werden vergehen,
mein Gesicht wird verblassen,
wurde nie gesehen,
will es nicht zulassen.

Es gibt keinen Schalter,
der mich retten kann,
vielleicht kommt das alter,
entlässt mich aus dem Bann.

Dieses eine Leben,
ich bin besessen,
was würde ich geben,
damit sie nicht vergessen?

Ellen